Ob Digitalisierung, Innovation oder Technik – viele Faktoren nehmen Einfluss auf die strategische Ausrichtung von Unternehmen. Gerade in Zeiten stetigen Wandels sind Unternehmer gefordert, sich mit ihrem Team aktuellen Trends und Herausforderungen zu stellen. Doch was sollte eine Strategie nun eigentlich beinhalten? Wir klären auf.

Langsam aber doch neigt sich das Jahr 2019 dem Ende zu. Der nahende Jahreswechsel ist für die Wirtschaftstreibenden in der Bundeshauptstadt jedoch kein Grund, um die verbleibende Zeit besinnlich verstreichen zu lassen. Für Unternehmer steht bereits die strategische Ausrichtung für das kommende Geschäftsjahr auf der Agenda – denn Erreichtes ist in Zeiten des stetigen Wandels nur ein Zwischenziel auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Aktuelle Entwicklungen nehmen starken Einfluss auf die Ausrichtung eines Unternehmens. So sind digitale Optimierungsprozesse aufgrund der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung ebenso in Planungen miteinzubeziehen wie technische Innovationen.

RAHMEN FÜR UNTERNEHMERISCHES HANDELN

Viel wird über Strategien gesprochen, doch zunächst sollte einmal der Frage nachgegangen werden, welchen Zweck eine Strategie für Wirtschaftstreibende überhaupt erfüllt. Per Definition ist eine  Strategie mehr oder weniger ein Rahmen, in dem unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Strategien betreffen also nicht nur einen, sondern sämtliche Bereiche eines Unternehmens – vom Vertrieb über das Marketing bis hin zum Branding. Die strategische Ausrichtung bringt ein Business sozusagen auf einen gemeinsamen Kurs und verhindert zugleich, dass sich das Unternehmen in unterschiedliche Richtungen entwickelt.

Um Strategien langfristig und nachhaltig entwickeln zu können, ist zunächst eine offene Selbstreflexion sowie eine Evaluierung des Status quo gefragt. Nur wenn man sich eigener Stärken und Schwächen bewusst ist und klare Ziele für das eigene Unternehmen definiert hat, ist die Fokussierung auf bestimmte Strategien sinnvoll und zielführend. Eine Hilfestellung könnte die Beantwortung folgender Fragen geben:

  • Welchen Nutzen hat mein Produkt/meine Dienstleistung?
  • Wie positioniere ich mein Produkt/meine Dienstleistung?
  • Wie sind meine Zielgruppen/Absatzmärkte definiert?
  • Welche Rolle kommt meinen Mitarbeitern zu?

An dieser Stelle ließen sich je nach Unternehmen unzählige weitere Fragen anführen – die oben Genannten sollen jedoch nur als Denkanstoß dienen. Dennoch möchten wir mit der Beantwortung dieser Fragen versuchen, die Wichtigkeit von Strategien für die unternehmerische Ausrichtung zu skizzieren.

WISSEN, WER MAN IST

Du brennst für Dein Produkt, Deine Dienstleistung oder Erfindung und möchtest diese Begeisterung am liebsten laut in die Welt hinausschreien? Dann sollte zunächst die Ausarbeitung einer Absatzstrategie am Plan stehen. Eigener Online-Shop, Geschäftslokal oder doch lieber eine Listung im Einzelhandel? Mach Dir bewusst, welche/r Absatzweg/e für Dich am geeignetsten scheint/-en. Hierfür ist es auch essenziell, die eigene Zielgruppe zu kennen. Apropos Zielgruppe: Das führt uns schon zur nächsten Frage. Wie positioniere ich mein Produkt/meine Dienstleistung am Markt?

WIE INSZENIERE ICH MEIN UNTERNEHMEN?

Für die optimale Positionierung gibt es verschiedene Strategien. Kommt Dir als Erstes die Bekanntheitssteigerung Deines Produktes oder Deiner Leistung in den Sinn, wäre die Bekanntmachungsstrategie am sinnvollsten. Hebe mit aufmerksamkeitsstarken Aktivitäten Deine Marke hervor und zeige, wer Du bist. Mit einer Informationsstrategie streichst Du den
einzigartigen Nutzen Deiner Leistung bei der Zielgruppe hervor – die Fokussierung liegt hier eindeutig auf einer informativen und faktenbasierenden Darlegung. Willst Du auf vertrauensvolle Art und Weise Kontakte aufbauen und pflegen, so gelingt Dir das am besten mit der Beziehungspflegestrategie. Ein weiterer Weg wäre es, Deinen einzigartigen Kundennutzen hervorzuheben und Dich von Deinen Mitbewerbern abzugrenzen – diese Strategie nennt man Konkurrenzabgrenzung.

WER BEGLEITET MICH?

Viele Wege führen bekanntlich zum Erfolg. Doch mit wem will ich diesen oftmals beschwerlichen Weg überhaupt gehen? Auch bei Human Resources bedarf es einer Strategie. Natürlich entscheidet auch bei der Mitarbeiterauswahl schon einmal das Bauchgefühl, dennoch sollten strategische Überlegungen bei der Besetzung von Stellen eine Rolle spielen. Selbstredend gibt es auch für die personelle Ausrichtung eines Unternehmens dementsprechende Strategien.

Wie bei sämtlichen Entscheidungen stellt sich die Frage, worauf der Fokus gelegt wird. Hierbei gibt es im Großen und Ganzen vier Hauptstrategien. Mit einer flexiblen Nutzenstrategie kann man als Unternehmer bei der Wahl der Mitarbeiter flexibel agieren und an die aktuellen Bedürfnisse anpassen. Langfristig ausgerichtet und mit einem Qualitäts- sowie Stabilitätsfokus ausgestattet ist die Investment-Strategie. Wie es der Name bereits erahnen lässt, wird bei dieser Strategie wirklich in hochqualifizierte Mitarbeiter investiert, die zu einer erfolgreichen Zukunft des Unternehmens maßgeblich beitragen sollen. Den komplementären Ansatz dazu stellt die Low-Cost-Strategie dar, die kurzfristig und kostensparend ausgelegt ist. Viele Unternehmer entscheiden sich für eine Balance-Strategie, die einen stabilen und effizienten Einsatz von Mitarbeitern vorsieht.

TREND – PASSENDER FHRUNGSSTIL

Trends zu erkennen und daraus passende Strategien abzuleiten,  ist das eine, die optimale Ausführung das andere. Denn was nützt die beste Strategie, wenn sie von Mitarbeitern nicht ausgeführt
bzw. mitgetragen wird? Hier sind Unternehmer gefordert, die Belegschaft zu motivieren, zu führen und ihren Fähigkeiten entsprechend bestmöglich einzusetzen. Gelingen kann das mithilfe des passenden Führungsstils, von denen es so einige gibt. Vom demokratischen über den autokratischen bis hin zum transaktionsbezogenen Führungsstil – es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Dein Team für die strategische Ausrichtung Deines Unternehmens zu begeistern.

TELL US, WHO YOU ARE!

Du musst und solltest dich auch gar nicht auf einen Führungsstil festlegen. Finde eine an Dein Unternehmen angepasste Mischung und überlege Dir, wie Du von Deinen Mitarbeitern gesehen
werden willst. Doch zunächst ist die Frage entscheidend, wie Du Dich selbst als Führungspersönlichkeit sehen würdest. Vielleicht findest Du Dich in einer der folgenden Typisierungen wieder.

KREATIV UND SELBSTBEWUSST – DER INDIVIDUALIST

Du weißt über Deine Stärken Bescheid und möchtest Dich im Glanze Deiner eigenen Leistungen sonnen. Die strategische Ausrichtung Deines Unternehmens kommt erst an zweiter Stelle,
denn zunächst kommst Du. Als Ein-Personen-Unternehmen könnte diese kreative und selbstbewusste Herangehensweise perfekt für Dich geeignet sein, in Bezug auf Mitarbeiterführung solltest Du diese Handlungsweise allerdings gründlich überdenken!

AKRIBISCH UND ORGANISIERT – DER STRATEGE

Als Stratege hast Du die Entwicklung Deines Business jederzeit im Blick. Du kennst Dein Umfeld, Deine Stakeholder und hast ein tiefgreifendes Verständnis für sämtliche Prozesse in Deinem
Unternehmen. Die Optimierung von Arbeitsabläufen und die strategische Ausrichtung sind Dir ein großes Anliegen, gleichzeitig bist Du in der Lage, Dich selbst und Deine Arbeit kritisch zu
hinterfragen.

MISSTRAUISCH UND KONTROLLIERT – DER OPPORTUNIST

Dir ist wichtig, Deine Mitarbeiter auf Abstand zu halten und sie gleichzeitig zu kontrollieren. In Bezug auf Dein Team herrscht in Dir stets das Gefühl von Misstrauen. Dein teils unnahbares
und distanziertes Auftreten wird von der Belegschaft oftmals als unfreundlich interpretiert. Vorsicht: Dieses Verhalten könnte zu tiefen Gräben zwischen Dir und Deinen Mitarbeitern führen und den gemeinsam angestrebten Unternehmenserfolg ins Wanken bringen.

KOMPETENT, ABER WENIG EMPATHISCH – DER EXPERTE

Du bist ein wahrer Profi auf Deinem Gebiet. Du hast Dein Startup selbst aufgebaut oder inhalierst die DNA des Unternehmens und willst Dich ständig weiterentwickeln. Doch auch wenn Du
aufgrund Deiner Expertise von allen Seiten geschätzt wirst, darfst Du auch auf Zwischenmenschliches nicht vergessen. Die Steigerung der eigenen Performance stets vor Augen, vergessen viele Experten oft auf die Weiterentwicklung und Führung ihres Teams. Doch auch emotionale Intelligenz ist in der Mitarbeiter-Führung unerlässlich!

DIE RICHTIGE MISCHUNG

Kurz zusammengefasst: Reflektiere kritisch und vergiss nie, Dich selbst zu hinterfragen. Du musst und solltest Dich auch nicht zwingend einem Führungstyp oder -stil zuordnen können. Aber
sei Dir bewusst, dass Dein Führungsverhalten Einfluss auf die Entwicklung Deines Unternehmens hat. Also überdenke zukünftig nicht nur die strategische Ausrichtung Deines Business, sondern
leite auch persönliche Handlungsstrategien für die Führung Deines Business ab!

 

 

Illustration: VLADGRIN/shutterstock.com