Elizabeth Toth ist die Gründerin von Green Heroes Austria, einem österreichischen Umwelt- und Naturschutzverein zur Bewusstseinsförderung im Bereich Abfallvermeidung
und -entsorgung. Wir haben mit ihr über ihr Engagement in der Jungen Wirtschaft Wien und den Umweltschutz gesprochen.

Warum engagierst du dich bei der Jungen Wirtschaft Wien und was sind deine Aufgaben?

Ich finde es wichtig, dass JungunternehmerInnen ein Netzwerk haben, wo sie sich austauschen können, Neues dazu lernen und inspiriert werden. Ich bin im Team „Nachhaltigkeit“, wo wir spannende Themen rund um Nachhaltigkeit präsentieren und aufarbeiten.

Beruflich bist du ja im Bereich Umweltschutz tätig. Was machst du da genau und wo siehst du am meisten Handlungsbedarf?

Ich bin die Gründerin von Green Heroes Austria, einer Umweltschutzorganisation mit Fokus auf Abfallwirtschaft. Bei uns dreht sich alles um Abfallvermeidung und die richtige Abfallentsorgung. Wir bieten Bewusstseinsbildungsworkshops für Schulen und Unis an, machen kontinuierlich große Müllsammelaktionen und helfen Unternehmen, ihre Büros und Veranstaltungen nachhaltiger zu gestalten. Derzeit ist die größte Herausforderung in der Abfallwirtschaft die Einführung eines Pfand- und Mehrwegsystems für Getränkeverpackungen, damit diese Ressourcen wiederverwendet werden können und nicht wie bislang größtenteils verbrannt werden. Des Weiteren müsste die Verwendung von Recyclaten mehr gefördert werden. Aktuell kostet neuproduzierter Kunststoff um ein Vielfaches weniger als recycelter Kunststoff. Zusätzlich müsste man darauf achten, dass gerade bei Verpackungen nicht mehrere Arten von Kunststoffen oder unterschiedlichen Materialien verwendet werden, damit man diese trennen und recyceln kann.

Ist der Ökologie-Sektor eine wachsende Branche? Wo siehst du hier Chancen für JungunternehmerInnen und ihre Ideen?

Wir werden uns in Zukunft viel mehr dem Ökologie-Sektor widmen müssen. Der jetzige Umgang mit Ressourcen wird uns und zukünftige Generationen zum Umdenken bringen, nämlich besser und sparsamer mit Rohstoffen umzugehen. Vor allem im Energiebereich werden viele innovative Menschen gefragt sein. Aber genauso brauchen wir kreative Köpfe im Produktdesign. In Zukunft werden auch Umwelttechnik und der Dienstleistungssektor rund um das Umweltmanagement wachsen.

Die Junge Wirtschaft macht sich für mehr Digitalisierung stark. Bedeutet denn mehr Digitalisierung auch mehr ökologische Nachhaltigkeit?

Das kann man nicht pauschal beantworten. Einerseits können durch die Digitalisierung vor allem Reisen eingespart werden, da man sich von überall virtuell treffen kann. Durch weniger Luftverkehr wird weniger CO2 in die Atmosphäre abgegeben.  Durch die schnelle Datenverbindung kann man auch von den eigenen vier Wänden aus arbeiten, was somit auch Büroflächen spart und vor allem das Aufheizen oder Abkühlen dieser – auch hier werden wieder CO2 und Ressourcen eingespart. Aber die Digitalisierung birgt auch Schattenseiten. Wäre das Internet ein Land, stünde es auf Rang 6 der Staaten mit dem meisten Stromverbrauch. Digitale Technologien produzieren schon heute 4 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, wohingegen der Flugverkehr für 2,8 Prozent verantwortlich ist. Auch Onlinedienste wie Streaming- oder Cloudplattformen haben einen enormen Energieverbrauch. Weiters steigt auch der Kühlungsbedarf der Rechenzentren massiv.

Wie würdest du dich in drei Sätzen selbst beschreiben?

Ich würde mich als extreme Optimistin beschreiben, sonst könnte ich meinen Job nicht ausführen. Zusätzlich bin ich sehr wissbegierig, deshalb finde ich den Austausch mit anderen Menschen sehr spannend, da kann man immer wieder was Neues lernen. Außerdem bin ich sehr abenteuerlustig: Ich probiere gerne Neues aus oder erkunde andere Kulturen.

Danke für das Gespräch!

 

Foto: Dmitri Karpow

 

Über den Autor

Ähnliche Beiträge