Während vor einigen Jahren im Marketing noch Print und Fernsehwerbung dominierend waren, so ist heutzutage Influencerwerbung eines der beliebtesten Go To’s geworden. Doch warum ist das so? Warum ist Influencerwerbung so effektiv?

Ich selbst habe vor sieben Jahren meinen Momblog „Trendmum“ in’s Leben gerufen. Als ich selbst zum ersten Mal Mama geworden bin, habe ich im Netz nach Müttern gesucht, mit denen ich mich identifizieren konnte. Ich wollte mir Tipps holen, doch nicht von Foren, nicht von irgendwelchen unnahbaren Personen oder Experten, sondern von einer Mutter, die gerade selbst Mutter geworden war, vielleicht einen ähnlichen Backround hatte und das Gleiche erlebte, was ich gerade erlebt hatte. Doch leider wurde ich nicht fündig. Ich habe zwar einige Momblogs gefunden, doch meist hatten sie bereits ältere Kinder, vielleicht sogar schon mehrere Kinder, manche hatten Blogs, die tolle Basteltipps hatten, doch all das war für mich nicht interessant. Ich wollte wissen: „Wie schaffe ich es, dass mein Kind einschläft?“ Oder „Auf was muss ich achten, wenn ich eine Tagesmutter suche?“

Also beschloss ich meine eigenen Erfahrungen mit der Welt zu teilen und Trendmum war geboren. Ich habe über sechs Jahre lang meinen Blog geschrieben, bin auf Instagram aktiv geworden und habe innerhalb kürzester Zeit eine große Leserschaft gehabt. Zum Schluss waren es sogar mehrere Zehntausend Leser, die monatlich meinen Blog gelesen haben und der Blog war bald mein Beruf.

Vor ungefähr drei Jahren bin ich nach der Karenz dann in meinen alten Beruf zurück und arbeite seitdem in der Steuerberatung. Ich habe schnell gemerkt, dass sich in der Community, in der ich selbst unterwegs bin ein neuer Berufsstand in Österreich gebildet hat und so habe ich mich unter anderem auf die steuerliche Beratung von Influencern spezialisiert und gebe hier verschiedene Workshops. Seit Jänner konzentriere ich mich nur mehr auf die Steuerberatung.

Ich denke meine Stärke liegt aber nun darin beide Welten zu verstehen. Ich verstehe was einem Influencer wichtig ist, wenn er mit Unternehmen zusammen arbeitet und genauso verstehe ich aber was einem Unternehmer oder Start-Up wichtig ist, wenn es sich dazu entscheidet Influencerwerbung zu schalten. Und genau aus dieser Sicht möchte ich heute ein paar Insights teilen.

Also warum ist Influencerwerbung so effektiv?

  1. Influencer haben eine starke Bindung zu ihrer Leserschaft und diese vertrauen den Empfehlungen, die dieser ausspricht

Ein guter Influncer sollte immer authentisch sein. Authentisch bedeutet dabei, dass er immer ehrlich ist und genauso Empfehlungen ausspricht, Erfahrungen mit der Community teilt, aber auch  ausspricht, wenn er etwas nicht gut findet. Gerade auch in der Mamawelt wachsen die Erfahrungen und Kinder, mit der Zeit, die man einem Influencer folgt mit. Als ich angefangen habe zu schreiben war mein Großer gerade ein paar Monate alt und viele Mamas, die gerade selbst ihr erstes Kind bekommen hatte, haben mir bis zum Schluss auf Instagram gefolgt und wir konnten uns über Jahre austauschen. Man entwickelt eine „Beziehung“ zu einer Person, die man zwar persönlich nicht kennt, aber seine Erfahrungen mitverfolgen kann.

  1. Die geschaltete Werbung hat einen viel geringeren Streuverlust

Während man im Print und im TV die erreichte Zielgruppe kaum verfolgen kann, hat man bei Influencern die Möglichkeit genau herauszufinden, wie viele Personen die Anzeige gesehen haben. Viele Unternehmen definieren im Voraus, dass nach der Anzeigenkampagne Screenshots und Insights geteilt werden. So kann man im Nachgang genau herausfinden, wie viele Personen das Bild gesehen oder den Artikel gelesen haben, wie viele Personen interagiert haben und wie viele Personen einen bestimmten Link geklickt haben. Eine so genaue Auswertung wird man nirgendwo anders in der Medienwelt bekommen.

  1. Influencerwerbung ist persönlicher und trifft den Nerv der Zeit

Heutzutage sollte Werbung einfach persönlicher sein. Dabei geht es lange nicht mehr darum einfach ein Produkt unter die Menschen zu bekommen, sondern es geht darum, wie das Produkt angenommen wird und wie lange es bei den Menschen eine positive Verbindung bewirkt. Wichtig dabei zu bedenken ist auch, dass die Werbung zwar immer einen Effekt hat, doch sie sollte in regelmäßigen Abständen immer wieder geschalten werden, um das Produkt, das man bewerben möchte in Erinnerung zu behalten.

Und zuletzt möchte ich aber auch noch kurz auf die Punkte eingehen, wie man denn den richtigen Influencer für sein Produkt oder sein Unternehmen findet, auf was man achten sollte und was man bedenken sollte.

  1. Qualität ist besser als Quantität

Dieser Leitspruch gilt auch für Werbung. Man sollte nicht immer nur auf die Anzahl der Follower, auf die Zahlen der Leser auf dem Blog achten, sondern man sollte sich auch mit der Qualität der Follower auseinandersetzen. Das bedeutet, dass man sich im Vorfeld ein Bild davon machen sollte, woher die Follower stammen, welche Zielgruppe der Influencer erreicht und wie Werbungen bei ihm oder ihr üblicherweise gestaltet werden und wie die Reaktionen darauf sind.

Ein Mikroinfluencer, der eine enge Bindung zu seiner Leserschaft hat kann oftmals viel mehr Menschen erreichen, als eine Bloggerin mit Hunderttausend Followern, wovon vielleicht nur ein Zehntel die Beiträge überhaupt liest.

Für eine professionelle Zusammenarbeit sollte immer ein Mediakit mit genau diesen Informationen zu Verfügung gestellt werden. Darin sollte man die wichtigsten Fakten rauslesen können.

  1. Werbung kostet Geld – auch Influencerwerbung sollte etwas kosten

In meiner Zeit als Influnencer habe ich viele Kooperationen verhandelt, habe viele Anfragen beantwortet und musste leider feststellen, dass Unternehmen heute immer noch Werbung mit gratis Samples und Produkten bezahlen wollen. Auf solchen Anfragen habe ich zuletzt nicht mal mehr geantwortet. Es zeigt von Respekt einem Influencer für seine Leistung auch das ihm zustehende Honorar zuzusichern und eine gute Zusammenarbeit kann nur auf Respekt basieren.

  1. Den Influencer kennen

Wichtig ist es auch sich einige Minuten Zeit zu nehmen, ein wenig über den Influencer zu recherchieren und herauszufinden, welche Zielgruppe dieser anspricht. Nichts ist frustrierender als Anfragen für Produkte zu bekommen, die man niemals bewerben würde. Darüber hinaus kann es für das Unternehmen genauso schädlich sein das Produkt über eine Influencer zu bewerben, der vor einem Monat für die Konkurrenz ein konträres Produkt beworben hat.

Mein Fazit und meine Empfehlung:

Ein guter Marketingmix sollte in der heutigen Zeit zumindest auch die Influencerwerbung beinhalten. Wichtig dabei ist es den richtigen Influencer für sein Produkt zu finden, diesen für seine Arbeit zu honorieren und auf Qualität der Zielgruppe, anstatt auf Quantität zu setzen.

Text: Paula Timofte

Fotos:unsplash/Maddi Bazzocco; @by.paula.timofte

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