Das zentrale Thema des UN-Nachhaltigkeitsgipfels Rio+20 im Jahre 2012 war die Green Economy. Unter diesem Begriff versteht das UNEP, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, eine Wirtschaftsform, die zu „verbessertem menschlichen Wohlergehen und sozialer Gerechtigkeit führt, während sie zugleich Umweltrisiken und ökologische Mängel erheblich senkt“. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hierbei um CO2-armes Wirtschaften bei effizienter Nutzung von Ressourcen und der Beseitigung sozialer Ausgrenzung.

Ziel ist es, wirtschaftliches Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit mit Unterstützung der Wirtschaft und Politik in Einklang zu bringen.

Vor dem Hintergrund, dass Ressourcen auf unserem Planeten endlich sind und die Kapazität der Schadstoffaufnahme der Natur begrenzt ist, wird die Notwendigkeit abgeleitet, Umweltmaßnahmen zu forcieren. Eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Wirtschaft benötigt Emissionsreduktion, Ressourcenschonung, die Steigerung von Energie- und Rohstoffproduktivität sowie die nachhaltige Gestaltung von Produkten, Versorgungssystemen und Infrastrukturen, um den zukünftigen Generationen weiterhin Wohlstand und eine hohe Lebensqualität zu sichern. Dies bedarf eines grundlegenden Transformationsprozesses im Denken und Handeln.

Vor allem Investitionen im Bereich der Technologie können zu Lösungen von Umweltproblemen führen, wodurch auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Heutzutage gehört die heimische Umwelttechnikindustrie zu den innovativsten weltweit und wächst rascher als die österreichische Wirtschaft.

Seit den Neunzigerjahren hat sich der Umsatz der Umwelttechnologie verfünffacht, Dreiviertel der Umsätze stammen aus dem Export. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, sind umwelt- und energiepolitische Rahmenbedingungen maßgeblich, dadurch wird ein stabiles Umfeld für die Entwicklung von Umwelttechnologien geschaffen und gleichzeitig wird die erfolgreiche Markteinführung und Verbreitung vereinfacht.

Gerade in den Bereichen mit hohem Energie- und Ressourceneinsatz werden Innovationen erfordert, beispielsweise bei Energiesystemen (Smart Energy) und Verkehrssystemen (Smart Traffic), aber auch in der Städteentwicklung (Smart City). Es gibt immer mehr Geschäftsmodelle, die darauf aufbauen Ressourcen zu schonen, wie es bereits Energiedienstleistungsunternehmen tun. Zum Beispiel stellen sie sicher, dass Büroräume gut temperiert sind, haben aber kein Interesse daran viel Energie zu verkaufen, sondern zielen darauf ab, sparsam mit den Ressourcen umzugehen und ihre Dienstleistung zu erfüllen.

Auch das Finanzwesen kann durch Green Economy nachhaltig agieren, indem ökologische Geldanlagen gefördert werden. Dies gelingt beispielsweise durch den Ausschluss von Atomkraft
bei Geldanlagemöglichkeiten. Nachhaltige Geldanlagen werden in Österreich immer beliebter, mittlerweile betragen sie fast 13 Prozent der gesamten Veranlagungen. Seit Jahren sind die
betrieblichen Vorsorgekassen Pioniere in diesem Sektor.

Fazit ist, um ökologisch nachhaltiges und sozial gerechtes Wachstum zu erreichen, braucht es neue Geschäftsmodelle. Eine Veränderung kann nur dann herbeigeführt werden, wenn sie hauptsächlich aus unternehmerischem Eigeninteresse erfolgt. Hier ist vor allem die Politik gefragt, indem sie marktorientierte und technologie-offene Rahmenbedingungen schafft und Ressourcen- und umweltschonende Produkte und Verfahren fördert.

 

Text: Elizabeth Toth
Bild: Alena Koval/pexels