Selten zuvor war die wirt­schaft­liche Balance von Unter­nehmen so sehr in Gefahr wie im Moment. Die gute Nach­richt: Es gibt einfache Maßnahmen, um das Risiko eines Liqui­di­täts­eng­passes zu redu­zieren.

Kaum ein Thema begleitete uns die vergangenen Jahre so sehr, wie die wirtschaftliche Performance von Unternehmen. Die Probleme reichen von Lieferengpässen und ausbleibenden Kunden über Zahlungsverzögerungen bis hin zu insolventen Geschäftspartnern. Und als wäre das noch nicht genug, kamen zuletzt weitere große Brocken dazu: etwa die Kostenexplosionen, die Inflation und der akute Personalmangel. All das setzt den Betrieben zu. Zahlreiche Unternehmen berichten dem KSV1870 immer wieder von Existenzängsten und Skepsis bezüglich der Zukunft.

Was dem Gläubigerschutzverband dabei auch auffällt: Der Großteil wehrt sich und ergreift Maßnahmen, um die wirtschaftlichen Risiken möglichst gering zu halten. Im Rahmen eines KSV1870 Webinars wurden vor Kurzem rund 150 Teilnehmer gefragt, ob Bonitätsinformationen zuletzt an Bedeutung gewonnen haben. Das Ergebnis: Fast 60 Prozent haben dies bejaht. Die Ergebnisse spiegeln die Realität und zeigen, wie prekär die Lage vielerorts ist. Gleichzeitig ist es positiv, dass die Unternehmen in den Werkzeugkoffer der guten Unternehmensführung greifen, um Risiken zu reduzieren und sich abzusichern.

Maßnahmen, die wirken

Welche Maßnahmen können Unternehmer also konkret ergreifen, um auf die angespannte Situation zu reagieren? Ein professionelles Risikomanagement in die täglichen Abläufe zu integrieren ist essenziell. Die KSV1870 Bonitätsprüfung von Neukunden sollte Teil eben dieser Routine sein. Ein neuer Auftrag ist für Unternehmen auch immer ein Erfolgserlebnis, umso mehr gilt es dieses abzusichern. Der KSV1870 rät, vor jedem Geschäftsabschluss den potenziellen Kunden genau unter die Lupe zu nehmen.

Gerade bei sehr hohen Auftragsvolumen macht es Sinn, genauer hinzusehen. Professionelle und vor allem objektive Aussagen über die finanzielle Zuverlässigkeit liefert das KSV1870 Rating. Dabei fließen etwa Bilanzen, Zahlungserfahrungen, Insolvenzen oder Gewerbeberechtigungen ein. Das Gute daran: Bonitätsauskünfte können unkompliziert und tagaktuell online bestellt werden und liefern innerhalb kürzester Zeit eine Basis für unternehmerische Entscheidungen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Aber nicht nur zu Beginn einer Geschäftsbeziehung macht es Sinn, sich die Bonität eines Kunden anzusehen. Der KSV1870 hat beobachtet, dass sich die meisten Forderungsausfälle in langjährigen Partnerschaften ereignen. Daher empfiehlt es sich, auch in bestehenden Geschäftsbeziehungen ein Auge auf die Entwicklung der Kunden und Lieferanten zu haben. Im Rahmen eines sogenannten Bonitätsmonitorings wird das jeweilige Unternehmen fortlaufend beobachtet, und sobald sich das Rating verändert der KSV1870 Kunde darüber informiert.

Dabei setzt der KSV1870 auch in Zeiten der Digitalisierung nicht nur auf automatisierte Berechnungsmodelle, sondern kombiniert Mensch und Maschine. Ein Team von Spezialisten spricht nach wie vor persönlich mit Unternehmen, holt Daten ein und lässt diese in die Bewertung einfließen. Auch, weil die Dynamik in der Wirtschaft zuletzt ein neues Level erreicht hat und dabei viele individuelle Aspekte tagaktuell berücksichtigt werden müssen, die Computersysteme nicht erfassen können.

Breites Kunden-Portfolio für mehr Sicherheit

Unabhängig davon, ob wir uns gerade in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation befinden oder nicht, nur auf ein Pferd zu setzen, ist der falsche Ansatz. Denn geht ein Großauftrag verloren, kann es schnell eng werden. Ein breit gestreutes Kunden-Portfolio schützt und hilft im Ernstfall, den Verlust eines Kunden aufzufangen.

So ehrlich muss man sein: Trotz aller Vorsicht kann es dann doch einmal vorkommen, dass Kunden nicht bezahlen oder man von Lieferanten im Stich gelassen wird. Dann heißt es rasch aktiv werden und Zahlungsausfälle einfordern. Das kann innerbetrieblich geschehen, oder man übergibt offene Forderungen einem Profi wie dem KSV1870, der sich darum kümmert, dass doch noch Geld ins Haus kommt. Einerseits erspart man sich damit als Unternehmen den mühsamen Prozess des Forderungsmanagements, andererseits bleibt mehr Zeit, sich um sein eigentliches Kerngeschäft zu konzentrieren und das Wachstum voranzutreiben.

 

Autor: Günter Fasching, Prokurist KSV1870 Information GmbH
Photo by Scott Graham on Unsplash

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