[dropcap size=small]N[/dropcap]achdem wir im Februar dieses Jahres mit unserem „Pop-Up-Schanigarten“ lautstark gegen die veraltete Regelung protestiert haben, sieht sich die Stadtregierung nun endlich geneigt zu handeln.

Leider bringen die eingebrachten Vorschläge in der Realität nur eines: mehr Bürokratie! Denn die Stadtregierung hat vier Varianten (A-D) zur Diskussion vorgelegt, von denen drei zu kurz greifen und die vierte (D) mit einer massiven Kostenerhöhung verbunden ist! Es kann nicht sein, dass ein „Winter am Papier“ konstruiert wird, der nichts mit den realen Wetterbedingungen zu tun hat. So hat zum Beispiel die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für die vergangen Monate Dezember, Jänner und Februar 30 (!) Tage ausgewiesen, an denen die Temperaturen knapp unter bzw. stark über 10 Grad Celsius lagen. Das heißt für die Wienerinnen und Wiener: 30 Tage, an denen sie nicht die ersten Sonnenstrahlen im Freien genießen durften und es bedeutet für die GastronomInnen 30 Tage Umsatzverzicht, in denen noch dazu keine zusätzlichen KellnerInnen und Fachkräfte eingestellt werden konnten. Und das, obwohl dies den realen Wetterbedingungen entspräche. Eine Lose-Lose-Situation für Angestellte, Gäste und UnternehmerInnen.

Daher fordern wir die ersatzlose Streichung des Passus der Wintermonate-Regelung.  Für eine kulinarische Weltstadt wie Wien ist es eine untragbare Situation, dass Gastronomen immer noch Bittsteller sind und in veraltete Rahmenbedingungen gepresst werden und in ihrem Tagesgeschäft eingeengt werden. Wien ist eine gastronomisch weltoffene Stadt und sollte den Gastronomen auch die Möglichkeit geben, ihre unternehmerischen Entscheidungen angemessen und sinnvoll zu treffen und nicht auf Basis veralteter Verordnungen und Gesetze, denen es an Nachvollziehbarkeit mangelt.

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