Die neue Ära der Ungewissheit fordert nicht nur uns Menschen, sondern auch unsere Systeme, sich radikal neu zu erfinden. Dafür braucht es den einen wesentlichen Schritt mehr, nämlich die relevanten Fragen für unsere Zukunft erst zu definieren, bevor wir Lösungen entwickeln.

Im Zeitalter der Digitalisierung war agiles Denken und Arbeiten unsere Antwort auf die komplexen Fragestellungen dieses Zeitalters. Bestehende Lösungen wurden inkrementell verbessert, um neue Antworten zu finden. Spätestens seit 2020 sind wir in Zeiten angekommen, die wir als ungewiss bezeichnen können. Entwicklungen lassen sich nicht mehr vorhersagen und damit auch nicht mehr planen, weder klimatisch noch politisch oder wirtschaftlich.

Für uns Menschen fühlt sich diese Veränderung bedrohlich an, weil wir spüren, dass wir keine Kontrolle mehr haben. Gleichzeitig sind wir als Spezies maximal adaptiv und bringen idealerweise diese Superkraft genau jetzt ins Spiel.

Fragen statt Antworten

Unser Gehirn liebt es, Fragen zu beantworten. Genau diese Fragen gilt es jetzt zu stellen, und zwar vorzugsweise rund um das Thema „Wie kann es uns gelingen, unseren Planeten wieder in Balance zu bringen?“

Um die relevanten Fragen stellen zu können, starten wir damit, Zukunftsszenarien durchzuspielen, und zwar idealerweise solche, die uns am unwahrscheinlichsten erscheinen. Wir stellen uns also nicht länger nur „der Zukunft“, sondern möglichen „Zukünften“. Wie zeichnen wir diese Zukunftsbilder, wo unser Gehirn doch per Definition nicht „forecasten“ kann?

Transformatives Szenario-Design

Hier kommt die Crowd-Intelligenz ins Spiel: spätestens jetzt ist die Zeit gekommen, sich über ideologische Grenzen hinweg wieder an einen Tisch zu setzen, um das zu durchschauen, was niemand von uns mehr alleine lösen kann. Alle Perspektiven zu Problemstellungen sollten eingebracht und Argumenten und Standpunkten gelauscht werden, um die relevanten Fragestellungen zu finden und ein gutes Leben für alle, unter Einhaltung der ökologischen Grenzen, zu ermöglichen.

Haben wir erstmal Fragen definiert, sind wir zurück in unserer Komfortzone angekommen, in der wir Antworten suchen und ins Tun kommen. Wir sollten Dinge einfach ausprobieren, damit das Neue nicht normal wird. Denn morgen wird das sein, was wir heute kreieren.

Was es dafür braucht?

  • Mut, um eine Auszeit für den Kopf zu nehmen, um Dinge anders zu denken und zu tun.
  • Mut, um Erfolg neu zu definieren, indem wir den Planeten und das Gemeinwohl über Eigeninteressen und Profit stellen.
  • Mut, um den Impact unseres Tuns vor das Abarbeiten unseres Alltags zu stellen.
  • Mut, Menschen und ihre Talente vor Prozesse zu stellen.
  • Fantasie, Lernen in unseren Alltag zu integrieren.

In diesem Sinne möchte ich dich ermutigen, heute damit zu starten, in die Verantwortung zu gehen, und mögliche Zukunftsszenarien mit deinem Ökosystem durchzuspielen. Dies sollte vor dem Hintergrund der Klimaziele 2040 geschehen, die das nächste große, unausweichliche Ziel der Menschheit darstellen.

Mögliche Fragen:

  • Was ist uns wichtig, was wollen wir erhalten?
  • Was muss ohnehin geändert werden?
  • Welche Ressourcen stehen uns zur Verfügung? Heute und in Zukunft.
  • Was können wir uns (noch) leisten? (im Hinblick auf die Klimaziele)
  • Führen unsere täglichen Entscheidungen in die richtige Richtung?

 

Die Zukunft beginnt jetzt, mit Dir!

 

Autorin: Sabine Hoffmann
© ipopba/AdobeStock

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