Am 10. Oktober fand unser diesjähriges Start-up Special statt. In diesem exklusiven Veranstaltungsformat haben unsere Mitglieder einen Abend lang die Gelegenheit, von einem der derzeit heißesten österreichischen Start-ups zu lernen und sich mit anderen JungunternehmerInnen und GründerInnen auszutauschen. Dieses Mal durften wir Paul Varga, den Co-Founder und CEO von Playbrush, begrüßen. Im Talk mit Jürgen Tarbauer, dem Vorsitzenden der Jungen Wirtschaft Wien, gab Varga spannende Einblicke in das Start-up mit Sitz in Wien und in London.

Von der Zahnbürste zum Gaming-Controller

Die Playbrush selbst ist ein Aufstecker für die Zahnbürste, wodurch diese zu einem Gaming-Controller umfunktioniert wird. In verschiedenen Spielen müssen die Kinder dann durch die richtigen Bewegungen diverse Aufgaben lösen oder Gegner bezwingen. Hintergrund der Idee: Die Kinder sollen durch diese Spiele 2x täglich für 2 Minuten zum Zähneputzen motiviert werden, um die Mundhygiene zu verbessern.

„Auf die Idee kam ich eigentlich durch mein Patenkind“, begann Varga zu erzählen. Da dieses Kind einfach nicht die Zähne putzen wollte, haben die Eltern ein Tablet ins Bad gestellt und ließen kurze Youtube-Videos ablaufen. Zwar wurde das Kind erfolgreich ins Bad gelockt, jedoch kaute es mehr auf der Zahnbürste herum, als wirklich zu putzen. „Smarte Idee, dachte ich, wenn man jetzt nur noch die Putzbewegungen mit dem Gerät verbinden könnte“, so der Playbrush-Gründer. Es folgten verschiedenste Überlegungen, dieses Prinzip umzusetzen, sowie zahlreiche Gespräche mit Kindern und Zahnärzten. Das war im Jahr 2014.

Heute hat das Start-up 18 MitarbeiterInnen, ist in 25 Ländern aktiv und konnte vor kurzem ein Investment von 1,8 Millionen Euro sowie eine Partnerschaft mit der Drogeriekette BIPA an Land ziehen. Dieses Investment wird laut Varga zum großen Teil ins Marketing fließen: „Wir haben ein Consumer-Produkt, das für 29 Euro zu haben ist und sind in einem großen Markt tätig. Dort eine Marke aufzubauen ist nicht gerade einfach und wird noch viel Einsatz brauchen.“

Playbrush

Wien <-> London

Auf die Frage, warum Playbrush in London und in Wien einen Sitz hat, folgte ein ganz simple Antwort von Varga: „Ich lebe in London, ein anderer lebt in Wien, deswegen. Wir wollten keine Entscheidung mit Kompromissen treffen.“ Nun nutzt das Start-up die Vorteile beider Städte. „Wien ist eindeutig schlimmer, was die Bürokratie betrifft. Dafür ist das Förderwesen hier um einiges besser als in London“, zählt er die Unterschiede auf. Und: „In London ist es viel einfacher, Top-Personal im technischen Bereich zu finden. Dort herrscht generell ein ganz anderes Mindset, auch und vor allem an den Universitäten. Viele talentierte Leute wollen gezielt in einem Start-up arbeiten.“

Tipps für JungunternehmerInnen

Neben den Einblicken in sein Unternehmen hatte Paul Varga auch einige persönliche Tipps für die anwesenden JungunternehmerInnen mitgebracht. Der erste Ratschlag betraf die Leute, mit denen man zusammenarbeitet. Man brauche Partner, die fleißig sind und mit denen man sich gut versteht. „Arbeitet nur mit Leuten zusammen, mit denen ihr auch durch harte Zeiten gehen könnt“, so Varga. Dabei kam er gleich zum nächsten Punkt: „Gründen und ein Unternehmen zu führen ist harte Arbeit. Das ist so. Man muss eine dicke Haut haben und darf nicht aufgeben. Aber es macht auch Spaß.“ In seinem dritten Ratschlag motivierte er die Gäste, sich laufend und immer wieder mit anderen auszutauschen: „Es gibt immer jemanden, der gescheiter ist als du. Nutzt dieses Know-how.“

Dem Talk mit Jürgen Tarbauer folgten viele Fragen aus dem Publikum. Danach wurde bei einem feinen Buffet entspannt genetzwerkt. Es war wieder einmal ein wunderbarer Abend und wir bedanken uns bei allen, die dabei waren und freuen uns schon auf nächstes Mal! Dazu gleich ein Termin-Tipp: Der nächste LeadersClub findet am 16. November statt – Infos folgen!

Fotos zum Start-up Special gibt es hier. (Credits bei Elmas Libohova)

Über den Autor

Ähnliche Beiträge